Montag, 18. Dezember 2017

Das Kreditkartenlexikon - Erklärt die wichtigsten Begriffe zu Kreditkarten

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Akzeptanzstellen
Wenn Sie mit Ihrer Kreditkarte bezahlen möchten, ist dies nur an sogenannten Akzeptanzstellen möglich möglich. Diese Akzeptanzstellen haben mit der jeweiligen Kreditkartengesellschaft eine Vereinbarung, dass die entsprechende Kreditkarte akzeptiert wird. Welche Kreditkarten in den Geschäften, Tankstellen, Restaurants usw. akzeptieren werden, ist in der Regel im Fenster, im Eingangsbereich oder an der Kasse an den Logos der Kreditkartenanbieter zu erkennen.

Visa und MasterCard sind mit jeweils ca. 400.000 Akzeptanzstellen in Deutschland vertreten, American Express bietet ca. 100.000 Akzeptanzstellen. Dazu kommen ca. 500.000 Bargeldautomaten. Die Kreditkartengesellschaften versuchen laufend neue Vertragspartner zu gewinnen, um das Angebot an Akzeptanzstellen zu erweitern. Dazu werden entsprechende Marketingprogramme aufgestellt, z.B. umsatzfördernde Dienstleistungen und auf die Kunden zugeschnittene Produkte.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Ablehnung (decline)
In Zusammenhang mit dem Geldkarten-Geschäft die verneinende Auskunft auf eine Autorisierungsanfrage bei der Karten ausgebenden Bank. Dabei wird ein Applikationskryptogramm (application authentication cryptogramme) erstellt und gespeichert, um auffällige Kartennutzer herauszufiltern. Siehe Autorisierung, Computerzahlung, Geld, elektronisches, Geldautomaten-Sperre, Geldbörse, elektronische, Geldkarte, Geldwäsche, Karten-Echtheitsprüfung, Karteneinsatzdatei, Kreditkarte, Netzgeldgeschäft, Pay per Touch, Radio Frequency Identification, Scoring, Ticketing, elektronisches.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Account (so auch häufig im Deutschen gesagt)
Konto, Abrechnung, Zugangsberechtigung (access authorisation) zu einem IT-System. Bericht, Schilderung, Darlegung, siehe Finanzsprache.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Acquirer (so auch im Deutschen gesagt)
Ein Unternehmen, das Verträge über die Annahme von Geldkarten einer Karten ausgebende Bank bei Verkaufspunkten (in Handel, Tankstellen, Beherbergungsgewerbe, Gaststätten, Autovermietungen, Fluggesellschaften usw.) abschliesst. Siehe Barzahlungsklausel, Disagio, Geldautomaten-Sperre, Interchange Fee, Karte.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Automaten-Abhebegebühr (withdrawal charge at cash machines)
Belastung, die bei einer Entnahme von Bargeld an einem nicht-institutseigenen Geldausgabeautomaten von dem automatenaufstellenden Institut verrechnet wird. Die Anschaffung und der Betrieb (Befüllung, Sicherung, Wartung) der Maschinen ist mit Kosten verbunden. Die Institute wollen mit der Gebühr verhindern, dass Kunden fremder Banken und gar von Internatbanken den für den eigenen Kundenkreis gedachten Service nutzen. Hintergrund ist in Deutschland die Tatsache, dass die Grossbanken zwischen 1995 und 2010 etwa 20 000 Auszahlstellen abgebaut haben, während vor allem die Sparkassen diesen Dienst erweiterten. - Siehe Bargeldbeschaffung, Bargeldkarte, Bargeldkreislauf, Direktbank, Geldautomaten-Sperre, Geldkarte, Geschäftsstelle, vollautomatische, Internetbank, Kontostands-Abfrage, Skimming.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Bank (bank, banking institution)
Jedes Unternehmen (selbst in Gestalt einer Einpersonenfirma), das auf Finanzmärkten irgendwelche Dienstleistungen (auf welchem Vertriebsweg auch immer) anbietet (sehr weiter Begriff der Umgangssprache). Wegen des gesetzlichen Bezeichnungsschutzes in Deutschland vgl. § 39, Abs. 1 KWG. Gebäude, in dem Bankgeschäfte abgewickelt werden (brick and mortar bank). In der Statistik der EZB zuweilen Monetäre Finanzinstitute, die ausserhalb des Euro-Währungsgebiets ansässig sind; vgl. dazu die Erläuterungen im Teil "Statistik des Euro-Währungsgebiets" des jeweiligen Monatsberichts der EZB.

In der (internationalen) Statistik der BIZ entspricht der Begriff Bank in etwa dem Begriff Monetäres Finanzinstitut. Siehe Bank, gemischte, Bankgelände, Bankensystem, Bankier, Container-Banking, Direktbank, Internetbank, Finanzdienstleistungsinstitut, Finanzinstitut, monetäres, Institut, Internetbank, Kreditbanken, Kreditinstitut, Markteintrittskosten, Multikanalbank, Online-Banking, Schwindelbank, Underground Banking. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 83 ff. (Bankensektor im Eurogebiet) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin (dort auch aufsichtsrechtliche Gruppierung der Banken), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2009, S. 37 ff. (Ertragslage seit 1999; Übersichten).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Bankauskunft (bank inquiry; bank reference)
Die verpflichtende Offenlegung von Kundendaten seitens eines Instituts gegenüber Dritten. Gesetzliche Bestimmungen zwingen Banken in bestimmten Fällen zur Mitteilungspflicht gegenüber Behörden (Staatsanwaltschaft, Finanzamt, Insolvenzgericht) ohne Zustimmung und ohne Wissen des Kontoinhabers. Die auf Wunsch eines Kunden von der Bank einer von dem Kontoinhaber bezeichneten Person oder Behörde abgegebene Empfehlung (Referenz). Siehe Address-Spoofing, Bankgeheimnis, Finanzgeier, Geldwäsche, Identitätsprüfungspflicht, Internet-Angebote, Konto, anonymes, Konto, falsches, Kontenoffenlegung, Kontosperre, Kundendaten-Informationspflicht, Schattenbankbereich, Nominee, Tafelgeschäft, Zahlungsverkehrsverordnung.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Bankgebühren (bank charges; fees)
Die Entgelte für ihre Dienstleistung setzt eine Bank grundsätzlich selbst fest. Sie müssen jedoch in den meisten Ländern durch Aushang oder auf anderem Wege dem Kunden bekannt gemacht werden. Gegen offenkundig missbräuchliche Berechnungen im Einzelfall können die Aufsichtsbehörden einschreiten. Siehe Abschlussgebühr, All-in-Fee, Aufhebungsentgelt, Courtage, Deduktion, Erbschaftsgebühr, Facility Fee, Front Loading Fee, Gebühr, Gebührenordnung, Courtage, Billing, Deduktion, Entgelt, Fristentransformation, Margendeckung, Mindesteinschuss-Sätze, Provision, Vergütung, Vorfälligkeits-Entschädigung, Überziehungsentgelt. Vgl. Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 75, Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 199 (Gebühren nur bei Teilausführung eines Auftrags).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Bank Identifier Code, BIC (so auch im Deutschen gesagt)
International standardisierte Bankleitzahl, mit der ein Kreditinstitut weltweit eindeutig erkannt werden kann, früher auch SWIFT-Code genannt. Neben der IBAN wird auch die BIC für die voll elektronische Durchleitung (straight through processing) von grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrsaufträgen meistens benötigt. Seit November 2009 müssen Banken in Deutschland bei Überweisungen nicht mehr prüfen, ob die Kontonummer zum Empfängername passt. Wohin eine Überweisung geht, richtet sich allein nach der Kontonummer. Siehe International Bank Account Number, Single European Payment Area, Zahlungsverkehrssysteme. Vgl. Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 242 (Umsetzung der Zahlungsdienstrichtlinie der EU).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Bargeldbeschaffung (cash disbursement)
Wenn nicht anders definiert, die Auszahlung von Zentralbankgeld über eine Geldkarte an einem Automaten. Ende 2010 waren in Deutschland rund 54 000 Geldausgabeautomaten aufgestellt; etwa die Hälfte der Geldnachfrage wurde zu diesem Zeitpunkt durch Automaten gedeckt. Dem standen nur 1 400 Einzahlungsgeräte gegenüber. Bei Auszahlung aus dem Konto am Bankschalter spricht man in der Regel von Abhebung (withdrawal). Siehe Automaten-Abhebegebühr, Bargeld, Geldausgabeautomat, Geldautomaten-Sperre, Internetbank, Zahlungskarte.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Bargeldkarte (cash card)
Eine Geldkarte, deren Nutzung ausschliesslich auf die Ausgabe von Bargeld an entsprechenden Automaten (automated teller machines, cash dispensers) beschränkt ist. Sie kann also grundsätzlich nicht zur Zahlung an Points of Sale verwendet werden. Siehe Geld(ausgabe)automat, Geldautomaten-Sperre, Karte, Zahlungskarte.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Bearbeitungsgebühr
Bearbeitungsgebühr in älteren Dokumenten auch Manipulationsgebühr (processing fee): Eine Summe, die Institute dem Kunden im Zuge der Ausführung von Geschäften in Rechnung stellen. Damit sollen allgemein die Kosten erstattet werden, welcher der Bank für ihre Dienstleistungsbereitschaft entstanden sind. Siehe Abgabe, Abschlussgebühr, Bankgebühren, Beitrag, Courtage, Entgelt, Gebühr, Kanzleigeld, Kontenführungsgebühr, Marge, Provision, Vergütung, Taxe, Überziehungsentgelt, Umlage, Vergütung.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Bonität
Bonität (reliability; degree of creditworthiness) Allgemein der gute Ruf, das allseitige Ansehen, das positive Image, welche ein Wirtschaftssubjekt (Privathaushalt, Unternehmen, auch: ein Staat) im geschäftlichen Bereich geniesst. Die Kreditwürdigkeit (Borgkraft) eines Darlehnsnehmers. Kreditwürdig ist ein Schuldner, wenn man davon ausgehen kann, dass er seine vertraglichen Verpflichtungen aus einem Darlehn zuverlässig erfüllen kann und will. - Siehe Amortisation, negative, Balanced Fund, Basel-II, Borgkraft, Erstraten-Verzugsklausel, Information, asymmetrische, Kredit-Punktbewertungsverfahren, Kreditqualität, Kreditrisiko, Kreditspread, Kreditzusage, unwiderrufliche, Negativauslese, Rating, Rating-Agentur, Realkredit, Risikokontrolle, Risikomanagement, Scoring, Übermut, Zinshöhe.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Bonitätsprüfung (appraisal of creditworthiness, credit assessment, credit screening)
Wenn nicht anders definiert die Einschätzung der Kreditwürdigkeit (Borgkraft) eines Kunden durch die Bank. Dies ist eine ureigene Aufgabe in der Verantwortung der Institute, die diese im Wettbewerb wahrzunehmen haben. Die (vorgeschlagene) Übertragung der Bonitätsprüfung an eine wie auch immer geartete Behörde erhöht die Gefahr der Fehlleitung von Geld und damit von knappen Ressourcen; diese gelangen nicht mehr zum besten Wirt (most favourable allocation of resources). Siehe Kredit, Rating, Subsidiaritätsprinzip Übermut.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Card Validation [daneben auch: Verification] Code, CVC2 [CVV2] (so auch im Deutschen gesagt)
Eine auf Kreditkarten aufgedruckte oder eingeprägte Prüfnummer. Sie hat den Zweck, die Nutzung gefälschter und gestohlener Kreditkarten einzuschränken. Das kann man dadurch, weil sich anhand der Prüfnummer (durch den Ausgeber der Karte) feststellen lässt, ob die Kreditkarte nachgemacht oder gesperrt ist. - Siehe Ablehnung, Card Validation Code, Chipkarte, Geldautomaten-Sperre, Geld, elektronisches, Geldkarte, Karte, multifunktionale, Pay-Green-Initiative, Pay per Touch, Prozessor.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Cash Electronic Data Interchange, CashEDI
Ein von der Deutschen Bundesbank 2007 eingeführtes Verfahren zum elektronischen Austausch von Daten im Rahmen des Bargeldverkehrs. Es umfasst die Einreichung von Einzahlungs-Avisen und die Bargeldbestellung bei der Bundesbank. Vgl. Geschäftsbericht 2007 der Deutschen Bundesbank, S. 107.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Chipkarte (chip card, IC [= integrated circuit] card, smart card)
Einen Chip (dünnes Halbleiterplättchen, meist aus einer Silizium-Kristallscheibe [Wafer] bestehend, auf dem sich eine integrierte Schaltung oder ein System integrierter Schaltkreise (integrated circuits) mit mikroelektronischen Bau- und Schaltelementen befinden) enthaltende und damit programmierbare Kunststoffkarte für den E-Geld-Verkehr sowie auch für die Bedienung von Zugangskontrollsystemen oder als Versichertenkarte. Als Substitut für Bargeld von Bedeutung, da die Chipkarte aufgeladen (reloaded) und durch Kartenleser (card reader) zur Bezahlung verwendet werden kann.

Eine den Verkehr mit Chipkarten belastende Schwierigkeit bleibt das Einschleusen gefälschter und verfälschter Stücke. Siehe Ablehnung, Card Validation Code, Computerzahlung, Counterfeit Card, EMV-Richtschnur, Fälschungssicherung, Geld, elektronisches, Geldautomaten-Sperre, Geldbörse, elektronische, Geldkarte, Interoptabilität, Karteneinsatzdatei, Kreditkarte, Netzgeldgeschäft, Pay-Green-Initiative, Pay per Touch, Radio Frequency Identification, Rahmenwerk für das Europäische Kartengeschäft, Skimming, Smartkarte, Ticketing, elektronisches, Zahlungskarte. Vgl.Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 93 ff. (derzeitiger Stand bei Chipkarten; künftige Entwicklung; wichtige Übersichten).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Clearingstelle
Clearing-Haus, automatisches (Automated Clearing-House, ACH): Abwicklungssystem für das Interbankenclearing (= a set of procedures whereby financial institutions present and exchange data and/or documents relating to funds or securities transfers to other financial institutions at a single location), von der Euro Banking Association (EBA) eingerichtet. - Siehe Abwicklung, vollautomatische, Business Continuity Programme,Close-out, European Payments Council, Kapitaltransfersystem, elektronisches, Massenzahlungsverkehr, elektronischer. Vgl. Jahresbericht 2003 der EZB, S. 130 ff.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Community Card (so auch im Deutschen gesagt, seltener gemeinschaftliche Warenverkehrskarte)
Im Handel eine zentrale Kundenkarte, die von mehreren Partnern sich ergänzender Konsumbereiche herausgegeben wird, und die in der Regel verschiedene Funktionen (wie z. B. Bonus- und Kreditfunktion) bündelt. Durch Erweiterung ihrer Gebrauchsmöglichkeiten (etwa als Telephonkarte) versucht man, die Attraktivität der in Deutschland bis anhin noch wenig verbreiteten Community Cards schrittweise zu erhöhen. Ein Problem (an unresolved issue) bleibt dabei das Einschleusen von gefälschten Karten. Siehe Auszahlung, Cobranding-Karte, Computerzahlung, Counterfeit Card, Chipkarte, Geld, elektronisches, Karte, multifunktionale, Kreditkartenfiasko, Netzgeldgeschäft, Pay-Green-Initiative, Skimming, Sparbuch, Ticketing, electronic.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Cobranding-Karte (cobranding card)
Von einer Bank gemeinsam mit einem Unternehmen aus dem Nichtbankenbereich herausgegebene Karte, um das Kundenpotential beider Partner auszuschöpfen. Siehe Branding, Community-Card, Concession Shop, Cross-Selling-Potential, Kreditkartenfiasko, Pay-Green-Initiative, Kundenkarte, zentrale, Sponsor.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Counterfeit Card (so auch im Deutschen gesagt)
Eine unechte Geldkarte, die nicht von der Karten ausgebenden Bank in Umlauf gebracht, sondern von Fälscherwerkstätten (derzeit vor allem in Asien) hergestellt wurde. Die Falsifikate sind seit etwa 2000 so ausgereift, dass sie selbst von Experten erst nach aufwendiger Prüfung als nachgemachte Karte sicher zu erkennen sind, und im täglichen Verkehr als Fälschung nur selten auffallen. Eine zwar von einem rechtmässigen Ausgeber in Verkehr gebrachte Geldkarte, die aber durch Umcodierung (code conversion) verfälscht wurde. Siehe Ablehnung, Blind Pool, Brücke-Abneysches Phänomen, Card Validation Code, Computerzahlung, Einziehung, Enabler, Geld, böses, Konto, falsches, Phishing, Prozessor, Racheengel, Schattenbankbereich, Skimming, Underground Banking, Winkelmakler.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Cross-Selling-Potential (so auch im Deutschen gesagt)
Die Möglichkeit, eine bestehende Kundenbeziehung (einer Bank) für andere Anbieter (in erster Linie: Bausparkassen, Versicherungen) zu nutzen. Siehe Branding, Cobranding-Karte, Concession Shop, Geldkarte, Gigabank, Kundenkarte, zentrale, Sponsor. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2005, S. 46 f.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

D E F

Debitkarte (debit card)
Beim Bezug von Bargeld (an einem Automaten) wird der abgerufene Betrag sofort dem Konto belastet (pay-now-Prinzip). Im Vergleich zu Kreditkarten sind Debitkarten mit niedrigeren Gebühren für den Karteninhaber und für den Händler verbunden. Siehe Chipkarte, Counterfeit Card, Geld, elektronisches, Geldautomaten-Sperre, Geldkarte, Kreditkarte, Ticketing, elektronisches. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 94 ff. (Darstellung der elektronischen Bezahlverfahren, Übersichten).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Debitorenlaufzeit (days sales outstanding)
Kennzahl, welche das von den Kunden im Durchschnitt in Anspruch genommene Zahlungsziel wiedergibt. Sie errechnet sich genauer aus den Forderungen aus Lieferung und Leistung mal 365 geteilt durch die Erlöse. - Mit der so gewonnenen Messziffer sollte man immer mit einigem Bedacht umgehen. Denn es sind neben anderem vor allem die jeweiligen (branchenüblichen) Zahlungsgewohnheiten zu beachten. Siehe Kreditorenlaufzeit, Working Capital.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Deutsche Bundesbank (German Federal Bank)
Als Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland seit Beginn der Europäischen Währungsunion 1999 Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB). Sie wirkt an der Erfüllung seiner Aufgaben mit dem vorrangigen Ziel mit, die Preisstabilität zu gewährleisten, sorgt für die bankmässige Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Inland und mit dem Ausland und trägt zur Stabilität der Zahlungs- und Verrechnungssysteme bei. Die Bundesbank unterhält in den Bundesländern derzeit (Jahresanfang 2010) neun Hauptverwaltungen.

In Frankfurt betreibt sie auch ein Volkswirtschaftliches Forschungszentrum, dessen Arbeitsbereich Ökonometrie mit Vorausschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland befasst ist. Siehe Bank Deutscher Länder, Internationales Forschungsforum zur Geldpolitik. Vgl. Geschäftsbericht 2003 der Deutschen Bundesbank, S. 171 ff., Geschäftsbericht 2006 der Deutschen Bundesbank, S. 119 f. (Tätigkeit des Forschungszentrums), Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bundesbank, S. 135 f (internationale Vernetzung) sowie den jeweiligen Geschäftsbericht, Abschnitt "Sonstige Aktivitäten".

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Direktbank (direct bank)
Eine Bank, die ausschliesslich auf elektronischem Weg mit dem Kunden in Verbindung tritt. Siehe Automaten-Abhebegebühr, Bank, gemischte, Bankensystem, Bezahlverfahren, innovative, Container-Banking, Direct Brokerage, Internetbank, Finanzinstitut, monetäres, Geldautomaten-Sperre, Institut, Kreditbanken, Markteintrittskosten, Multikanalbank, Online-Banking. - Vgl. Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 26 (Eintritt auch in den Bereich der klassischen Bankprodukte).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Diskontsatz (discount rate)
Der bei der Berechnung des Diskonts für die Zeit von der Einreichung bis zur Fälligkeit des Wechsels geltende Zinssatz. Siehe Akzept, Rediskontieren.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Dresdner Bank (Dresdner Bank)
Im Januar 2009 von der Commerzbank AG übernommene deutsche Grossbank. Genau 137 Jahre nach ihrer Gründung hatte das Institut seine Existenz im wahrsten Sinne des Wortes verspielt. Alle Rücklagen waren aufgezehrt; die Kernkapitalquote schwand auf den gerade noch zulässigen, aber nicht annähernd ausreichenden Stand von 4 Prozent. Der Alleinaktionär, die Allianz Versicherung AG mit Hauptsitz in München, musste Milliarden EUR in die Bank pumpen. Zu lange liess die Allianz die Investmentbanker der Dresdner Bank gewähren, bis sich immer neue Milliardenverluste türmten.

Auch gilt die Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz als Muster einer missglückten Zusammenführung (failed merger). Statt eines "Allfinanzdienstleisters" liefen die beiden Teile nebeneinander her. Schliesslich stand der Steuerzahler für den Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank gerade, indem die nun grösser gewordene Commerzbank mit 18 Mrd Euro gestützt werden musste, nachdem sich bei der Dresdner Bank immer neue, vorher nicht bekannte Milliardenverluste auftürmten (piled up). Siehe Bankenfusionsjahr, deutsches.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

E-Geldgeschäft (e-money business)
Durch die E-Geld-Richtlinie 2000/46/EG wurden die Bankgeschäfte "Geldkartengeschäft" und "Netzgeldgeschäft" zu dem neuen Bankgeschäftstatbestand "E-Geldgeschäft" zusammengefasst. Entsprechend wurden "E-Geld-Institute" als eigene Gattung in das KWG aufgenommen. § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 KWG definiert das E-Geld-Geschäft als "die Ausgabe und die Verwaltung von elektronischem Geld". Elektronisches Geld sind gemäss § 1 Abs. 14 KWG Werteinheiten in Form einer Forderung gegen die ausgebende Stelle, die auf elektronischen Datenträgern gespeichert sind, gegen Annahme eines Geldbetrages ausgegeben und von Dritten als Zahlungsmittel angenommen werden, ohne gesetzliches Zahlungsmittel zu sein.

Netzgeldgeschäft, Rücktausch-Verpflichtung. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 1999, S. 41 ff. (E-Geld dringt vor), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 93 ff. (Entwicklung bei elektronischen Bezahlverfahren).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Einlagenzinsen (interest on deposit account)
Die Höhe des Zinses in Prozent gerechnet oder Summe an gutgeschriebenen Zinsen, die ein Institut dem Kunden berechnet. Im Regelfall hängt die Zinshöhe vom Leitzins der Zentralbank ab. Siehe Einlagen, Kreditzinsen. Vgl. Monatsbericht der EZB vom August 2009, S. 105 ff. (Abhängigkeit der Einlagezinsen vom Leitzins theoretisch und empirisch; Übersichten; Literaturverweise).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Einzahlung (inpayment; payment receipt)
Der Übertragung von Geld (im engeren Sinne von Bargeld) auf das Konto bei einer Bank, einer Bausparskasse oder Versicherung. Der Zufluss von Zahlungsmitteln in einem Unternehmen, im Regelfall durch den Verkauf der erzeugten Güter, Siehe Ausgaben, Auszahlung, Bewidmung, Einkünfte, Einnahmen, Kassenkladde, Zuwendung.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Electronic Banking (so auch im Deutschen)
Dienstleistungen einer Bank, die von der Kundschaft ausserhalb des bauwerklichen Filialsystems (brick and mortar location) in Anspruch genommen werden. Die wachsende Bedeutung dieses Geschäftsfeldes birgt für eine Bank neben Abwicklungs- und Reputationsrisiken auch eine Reihe von Rechtsrisiken. Siehe Bank, gemischte, Bezahlverfahren, innovative, Direct Brokerage, Direktbank, Generation@, Internetbank, Metcalfe-Regel, nk, Mobile Banking, Multikanalbank, Online-Banking, Rechtsrisiken, Sofa-Banking, Telephon-Banking.

Vgl. Jahresbericht 2002 der BaFin, S. 53 ff., Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 26 (Wettbewerbsdruck), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2009, S. 49 ff. (einzelne Verfahren des Electronic Banking; Literaturhinweise).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Europäische Bankenaufsichtsbehörde (European Banking Authority, EBA)
Zum Jahresbeginn 2011 ihre Arbeit aufnehmende gesamteuropäische Aufsichtsbehörde mit gewissen Befugnissen zu Anweisungen auch gegenüber nationalen Aufsichtsbehörden. Siehe Abschreckung, aufsichtsrechtliche, Anlegerschutz, Aufsicht, europäische, Banana Skins Survey, Octopus, Offshore-Finanzplätze, Peter-Regel, Regulierungs-Arbitrage, Regulierungswut, Straitjacking, Subsidiaritätsprinzip. Überregulierung, Aufsicht, europäische. Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bundesbank, S. 101 f. (Aufgaben der neuen Behörde).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

E-Zahlung (e-cash)
Die elektronische Abbuchung (debiting) von einem Konto. Siehe Bezahlverfahren, innovative, Filialsystem, Internetbank, Karte, Metcalfe-Regel, Online-Banking, Remote Banking, Sofa-Banking.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Festgebühr (flat rate compensation)
Bei Banken die Belastung eines Kunden (in der Regel eines Privathaushalts) mit einer Pauschalsumme als Entgelt für erbrachte Leistungen. Die Kontoführungsgebühr ist darin in der Regel eingeschlossen. Siehe Festpreisgeschäft.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Finanzplanung (financial planning, financial programming)
Bei einem Unternehmen die gedankliche Vorwegnahme künftig anfallender Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge, verbunden mit der Entscheidung, auf welche Weise betriebliche Vorgänge auf allen Stufen am (zins)günstigsten im Geld ausgeführt werden können. In der bezüglichen Fachliteratur werden dazu viele Musterrechnungen angeboten.

Siehe Balance Reporting, Cash-Management, Finanzierungsregel, goldene, Finanzwirtschaft, Liquidität, optimale, Liquiditätsrisiko, Unterliquidität, Zahlungsstrom. Vgl. Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 56 (Vorschriften für das Liquiditätsrisiko-Management).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Firmenkreditkarte (business credit card)
Zahlungsvorgänge (wie etwa bei Reiskosten) in einem Unternehmen werden zwischen einem Arbeitnehmer und dem Unternehmen über eine Geldkarte abgewickelt. Dabei erweitert entweder das Unternehmen den mit einem kartenausgebenden Unternehmen bestehenden Vertrag über eine Hauptkarte um die Ausgabe von Zusatzkarten für bestimmte Mitarbeiter oder es wird ein Einzelkreditkartenvertrag zwischen dem kartenausgebenden Unternehmen und dem einzelnen Arbeitnehmer geschlossen.

Rechtlich besteht in beiden Fällen eine gesamtschuldnerische Haftung des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers für die mit der Firmenkreditkarte getätigten Umsätze. Wegen vieler damit zusammenhängender Rechtsfragen (Missbrauch der Karte durch Nutzung Dritter, Beteiligungsrechte des Betriebsrats bei Einführung einer Firmenkreditkarte, datenschutzrechtliche Vorgaben, steuerliche und sozialversicherungsbezügliche Streitfragen: die Firmenkreditkarten sind inzwischen zu einem eigenen Sondergebiet des Arbeitsrechts geworden) werden Firmenkreditkarten in den letzten Jahren nur noch sparsam ausgegeben.

Man stattet heute Mitarbeiter eher mit einer Tankkarte oder einer vorausbezahlten Karte zum Bahnfahren aus. Siehe Auszahlung, Chipkarte, Community Card, Geld, elektronisches, Geldkarte, Fringe Benefits, Geldautomaten-Sperre, Karten-Allianz, Kreditkarte, Netzgeldgeschäft, Pay-Green-Initiative, Plastikgeld.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

G H I J

Geldkarte (pay card, chip card, smart card)
Der bargeldlosen Zahlung dienende, mit einem Mirkoprozessor (Chip) ausgestattete Karte. Sie kann in ihrer Grundform als elektronische Geldbörse genutzt und mit verschiedenen Zusatzfunktionen (wie Parken, Telephonieren) ausgerüstet werden. Emittenten von Geldkarten unterliegen grundsätzlich der Aufsicht; wegen Ausnahmen siehe § 2, Abs. 5 KWG. Auch gilt hier die für eine Kontoeröffnung vorgeschriebene Identitätsprüfungspflicht.

Das (wohl nicht lösbare) Problem (unresolvable issue) bei den Geldkarten liegt darin, dass sie bei weitem mehr als (das durch die Zentralbanken mit hohem Aufwand geschützte) Bargeld gefälscht und verfälscht werden können. Über den Anteil der Counterfeit Cards und das durch sie ausgelöste betrügerische Transaktionsvolumen gibt es widersprechende Angaben. Unterschiedliche Meinungen gibt es auch dazu, inwieweit Geldkarten Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Privathaushalte haben, und ob ein Kontrollverlust im Umgang mit Geld durch die Karten bewirkt werde.

Siehe Ablehnung, Ausgeber, Autorisierung, Barzahlungsquote, Community Card, Computerzahlung, Chipkarte, Disagio, EMV-Richtschnur, Firmenkreditkarte, Geldautomaten-Sperre, Geld, elektronisches, Interoptabilität, Karte, multifunktionale, Kartenechtheitsprüfung, Konto, anonymes, Netzgeldgeschäft, Pay-Green-Initiative, Plastikgeld, Prozessor, Sparbuch, Ticketing, electronic, Winkelmakler, Zahlungskarte. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 93 ff. (ausführliche Darstellung; viele Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2009, S52 f. (im Jahr 2008 zahlten 58 Prozent der Deutschen mit Bargeld und nur 26 Prozent mit Karte; Entwicklungslinien).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Giropay (so auch im Deutschen)
Ein innovatives Bezahlverfahren im Internethandel, bei dem der Kunde von der Kasse des Internethändlers unmittelbar auf das Online-Portal seiner Bank geleitet wird. Gleich nach Ausführung der Überweisung erhält der Händler automatisch eine Zahlungsbestätigung. Siehe Billpoint, Online-Banking, Payez Mobile. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 96 ff. (Darstellung dieses sowie anderer Bezahlverfahren; viele Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2009, S. 62 ff. (Fortschritt bei innovativen Bezahlverfahren allgemein; Insellösungen [isolated applications] hemmen den Gebrauch neuer Zahlungswege).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Identitätsprüfungspflicht (identification control instruction)
In Deutschland aufsichts-rechtliche Pflicht der Wertpapier-Dienstleistungs-Unternehmen, vor Durchführung eines Auftrags die Identität des Auftraggebers zu überprüfen und aufzuzeichnen. Auch Banken müssen bei Kontoeröffnung nach § 25a KWG die Identität des Antragstellers prüfen und dokumentieren. Dies wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht durch entsprechende Richtlinien in den Einzelheiten vorgeschrieben und überwacht.

Siehe Address Spoofing, Authentifizierungsgebot, Bankauskunft, Geldwäsche, Hawala, Konto, anonymes, Konto-Offenlegung, Kontosperre, Kundendaten-Informationspflicht, Nominee, Zahlungsverkehrsverordnung. Vgl. Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 80 f. ("Know Your Customer-Risikomanagement"), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 235 (Identitätsprüfung im Zuge geldwäscherechtlicher Anforderungen) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel "Querschnittsaufgaben".

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

International Bank Account Number, IBAN
Weltweit standardisiertes Kontonummer-Format mit maximal 34 Stellen; die ersten vier Stellen enthalten den Ländercode (etwa: CH für die Schweiz) und die Prüfziffer (39), es folgt vierstellig das Finanzinstitut (etwa: 0070 für die Zürcher Kantonalbank) und dann die Kontonummer. Die IBAN dient der vereinfachten Abwicklung des Zahlungsverkehrs, vor allem im grenzüberschreitenden Bereich. Nach den Plänen der Europäischen Kommission soll auch bis 2013 im Überweisungsverkehr innert Europas die IBAN zur Pflicht werden.

Seit November 2009 müssen Banken in Deutschland bei Überweisungen nicht mehr prüfen, ob die Kontonummer zum Empfängername passt. Dies geschah in Anpassung der Zahlungsdienstrichtlinie der EU (Payment Services Directive, PSD), die durch ein Umsetzungsgesetz vom 9. Juli 2009 in deutsches Recht eingebettet wurde. Wohin eine Überweisung geht, richtet sich allein nach der Kontonummer. Siehe Bank Identifier Code.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Internetbank (trade name Internet bank; click and mortar bank)
erkömmliche Bank mit Filialsystem, die einen Teil der Geschäfte entweder direkt oder über eine eigens dazu gegründete Tochter durch eine entsprechend gestaltete Seite (Internetschalter, transactional website) auch über das Internet abwickelt. Das Internet-Tochterunternehmen hat hier die Möglichkeit, bei Engpässen und bei gewissen Geschäften auf das Filialsystem des Mutterunternehmens (parent company) zurückzugreifen.

Siehe Automaten-Abhebegebühr, Bank, Direktbank, Mobile Banking, Homebanking, Infrastructure Providing, Metcalfe-Regel, Moonlight Banking, , Online-Banking, Onliner, Phishing, Sofa-Banking. Siehe zur Ertragslage Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2006, S. 24 f. (mit Übersichten).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Joint Venture (so auch im Deutschen gesagt; seltener mit Gemeinschaftsunternehmen übersetzt)
Wenn nicht anders definiert, auf dem Finanzmarkt das (meist vorübergehende, projektbezogene) Zusammengehen mehrerer Finanzdienstleister, um gemeinsam und nach festgelegten Anteilen eine Investition zu finanzieren. Siehe Allianzen, grenzüberschreitende, Lead Investor.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

K L M

Karten-Echtheitsprüfung (mutual authentification)
Prüfung im Chipumfeld einer Geldkarte. Dabei wird das Kryptogramm der ausgebenden Bank (bzw. dem Prozessor) zugeleitet, die es durch den Chip mit ihrer Zentraldatei (ihrem Autorisierungs-System) abgleicht. Siehe Ablehnung, Community Card, Computerzahlung, Chipkarte, EFTPOS, Geld, elektronisches, Guilloche, Karte, multifunktionale, Karteneinsatzdatei, Netzgeldgeschäft, Sparbuch, Ticketing, electronic.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Karteneinsatzdatei (activity file)
Gespeicherte Transaktionsdaten für ein Kartenkonto innert eines Zeitraums. Bei "auftrags einer Karten ausgebenden Bank" ausgeführten Leistungen (on-behalf services) erfolgt vor jeder Autorisierung eines Geschäftes ein Abgleich mit dieser Datei. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der seitens der jeweiligen Karten ausgebenden Bank vorgegebene Verfügungsrahmen (die Kreditlinie) eingehalten wird. Siehe Chipkarte, Computerzahlung, Firmenkreditkarte, Geld, elektronisches, Geldkarte, Karte, multifunktionale, Karten-Echtheitsprüfung, Netzgeldgeschäft, Pay-Green-Initiative, Pay per Touch, Prozessor, Radio Frequency Identification.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Kartenleistungsbeleg (sales slip, charge slip, sales draft, sales ticket)
Der Inhaber einer Geldkarte bekommt als Nachweis seiner getätigten Transaktionen gewöhnlich vom Terminal einen Beleg in Papier. Falls der Kunde einen von Hand erstellten bzw. von einer Registrierkasse gedruckten Beleg erhält, so ist dieser regelmässig zwecks Anerkennung (Authentifizierung; authentification) des gebuchten Betrags von ihm zu unterschreiben. Siehe Lastschriftverfahren, elektronisches, Pay-Green-Initiative.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Kontenoffenlegung und Konten-Offenlegung (discovery of accounts)
In Deutschland ist seit dem 1. April 2003 jedes Kreditinstitut gemäss § 24c KWG verpflichtet, eine auf dem neuesten Stand gehaltene Datei mit allen im Inland geführten Konten und Depots (enthaltend Namen, Geburtsdatum des Inhabers und allfälliger Verfügungsberechtigter) bereitzuhalten und der Aufsichtsbehörde auf Verlangen daraus entsprechende Auskünfte zu geben. Auch Behörden dürfen Kontendaten im Zuge eines Kontenabrufverfahrens abfragen; ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Juli 2007 bestätigte die Verfassungsmässigkeit (constitutionality) der Abrufe durch Behörden.

Informationen über Konten deutscher Staatsbürger im Ausland werden unter Umständen durch den deutschen Geheimdienst (Bundesnachrichtendienst; Federal Intelligence Service) beschafft, wie im Februar 2007 in Bezug auf das Fürstentum Lichtenstein offenkundig geworden. Siehe Address Spoofing, Authentifizierungsgebot, Bankauskunft, Bankgeheimnis, Bargeldkontrolle, Fluchtgeld, Geldwäsche, Hawala, Identitätsprüfungspflicht, Kontensperre, Konto, falsches, Kundendaten-Informationspflicht, Nominee, Strohmann, Vermögensstatus, Vertraulichkeit, Winkelmakler, Zahlungsverkehrsverordnung.

Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 71 f., Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 81, S. 87 (zu § 24c KWG), Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 186 (Anzahl und Auftraggeber von Kontenabrufen), S. 187 (seit 1. April 2005 auch Offenlegung für Zwecke der Finanzbehörden), Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 216 (Ermittlungsverfahren), Jahresbericht 2009 der Bafin, S. 237 f. (Erfolge des Kontenabrufverfahrens auch bei der Verbrechensbekämpfung) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel "Querschnittsaufgaben".

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Kontensperre auch Kontensperrung (account blocking)
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kann gemäss § 6a KWG bei Verdacht der Terrorismusfinanzierung oder im Falle unerlaubt betriebener Finanzdienstleistungsgeschäfte die Blockierung entsprechender Konten verfügen. Siehe Kontenoffenlegung. Vgl. Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 208 f. (Konten eines Studenten syrischer Herkunft mit deutschem Pass werden eingefroren; die Klage des Mannes gegen die Sperrung wurde vom zuständigen Verwaltungsgericht abgewiesen [diese Tatsache noch nicht im Bericht der Bafin]) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel "Querschnittsaufgaben".

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Kreditkarte (credit card):
Karte, bei der eine vom Karteninhaber genutzte Leistung erst nach dem Bezug verrechnet wird, in der Regel mit einer Monats-Abrechnung (pay-later-Prinzip). Daneben werden auch Karten ausgegeben, die mit einer eigenständigen Kreditlinie ausgestattet sind (delayed debit card). Im Vergleich zur Debitkarte ist die Gebühren-Belastung bei der Kreditkarte höher. Auch ist in der Regel der Zins bei Inanspruchnahme eines Kredits über die Karte höher als bei einem Dispositionskredit auf einem Girokonto. Emittenten solcher Karten gelten in Deutschland als Finanzunternehmen.

Sie bedürfen einer Erlaubnis und unterliegen der Aufsicht; siehe § 1, Abs. 3, ? 4 KWG. Siehe Auszahlung, Card Verification Value, Chipkarte, Geld, elektronisches, Firmenkreditkarte, Geldkarte, Interchange Fee, Karte, multifunktionale, Kreditkartenfiasko, Pay-Green-Initiative, Pay per Touch, Prozessor, Überziehung, Verbraucherbeschwerden. Vgl. Jahresbericht 2002 der BaFin, S. 84 hinsichtlich der Erlaubnis, Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 93 ff. (ausführliche Darstellung der Bezahlverfahren; viele Übersichten), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 212 f. (Kundenbeschwerden wegen Sperrung der Karten von Kontoinhabern der Direktbanken bei den Geldausgabeautomaten der Sparkassen und Volksbanken).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Kreditkartenfiasko (credit card fiasco, credit card collapse)
In den USA besass im Herbst 2008 jeder Bürger durchschnittlich vier Kreditkarten. Auch an einkommensschwache Kunden (low-income customers) mit geringer Bonität wurden grosszügig Karten vergeben. Im Verfolg der sich zur Finanzkrise ausgeweiteten Subprime-Krise kam es dann massenweise zu sehr hohen Kreditkartenschulden (credit card debts). Die auch im Kreditkartengeschäft (credit car business) tätige grösste US-Sparkasse Washington Mutual (WaMu) in Seattle (Bundesstaat Washington) musste bei Karten eine Ausfallrate von 45 Prozent buchen. Sie stand im September 2008 nicht zuletzt auch deswegen vor dem Ruin, und wurde zu einem Schnäppchenpreis (bargain price) von der Bank J.P. Morgan Chase (das zweitgrösste US-Geldinstitut nach der Bank of America) übernommen.

Aber auch die Bank of America musste bis Herbst 2008 knapp 3 Mrd USD an Wertberichtungen wegen geplatzter Kreditkartenschulden vornehmen. Die Kreditkartenschulden in den USA lagen nach der Statistik der US-Zentralbank Ende Oktober 2008 bei 951 Mrd USD. Verlässliche Schätzungen gingen davon aus, dass davon mehr als 400 Mrd USD auf Wertpapierkäufe mittels Kreditkarte entfielen. Soweit die Ausgeber der Karten das Ausfallrisiko über Verbriefung weitergegeben hatten (nach verlässlichen Schätzungen immerhin 47 Prozent der Kreditkartenschulden), so führten diese toxischen Papiere zu Verlusten bei den Käufern der Verbriefungspapiere in der gesamten Welt, was die Finanzkrise weiter verschärfte.

Bemerkenswert ist, dass sich die meisten Portfolios der verbrieften Forderungen nicht aus den Kreditkartenforderungen der Schuldner gesamthaft zusammensetzten. Vielmehr wurden (fast) nur Forderungen gegenüber bonitätsschwachen Schuldnern (bad debts, irrecoverable debts) verbrieft. Die einbringlichen Forderungen (lucrative debts) behielten die Ausgeber bzw. Banken in ihrer Bilanz. Siehe Karte, Kreditvergabe-Grundregel, Pay-Green-Initiative.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Kundenkarte, zentrale (community storecard)
Von mehreren Ausgebern sich ergänzender Konsumbereiche herausgegebene Karte, die in der Regel auch verschiedene Funktionen (zum Beispiel Rabatte, Kreditgewährung) bündelt. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, die Leistungen mehrerer Anbieter (Bank, Kaufhaus, Tankstelle) in eine bestehende Kundenverbindung mit einzubringen (das Cross-Selling-Potential auszunützen). Siehe Cobranding-Karte, Concession Shop, Cross-Selling-Potential, Karte, Kundenkarte, Pay-Green-Initiative.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Landesbank (Land bank)
In Deutschland ehemals Spitzeninstitut der Sparkassen mit öffentlich-rechtlichem Charakter; in den Statistiken der Bundesbank bis 1998 Girozentrale (giro centre) genannt. Von der Europäischen Kommission als wettbewerbsverzerrend gerügt, befinden sich die Landesbanken derzeit in einem Umwandlungsprozess. Bestehende Staatsgarantien (die sog. Gewährträgerhaftung) mussten bereits bis Mitte 2005 fallen.

Seither ist die Entwicklung im Fluss und schwer abschätzbar. Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass es in Deutschland über kurz oder lang zu nur einem einzigen Institut ("Top-Landesbank") kommt. Die SachsenLB war im Zuge der Subprime-Krise gezwungen, sich mit der Landesbank Baden-Württemberg zu verschmelzen. Lange Jahre hatten die Landesbanken im Sinne der jeweiligen Landesregierung Vorhaben zu Dumpingpreisen finanziert. Weil der Staat im Notfall einspringt, war die Bonität der Landesbanken erstklassig, und die Refinanzierung der Darlehn entsprechend günstig.

Die Vorstands- und Aufsichtsrats-Posten waren weithin mit Parteitreuen (factionists) besetzt. Beim Übergang von der privilegierten Staatsbank zu einem normalen Institut zeigten sich indessen die Schwächen im Gefüge der Landesbanken. Die Wesdeutsche Landesbank und die Landesbank Baden-Württemberg fuhren 2007 Verluste von jeweils rund 1 Milliarden Euro ein, die Bayrische Landesbank verlor 1,9 Milliarden Euro. In allen Fällen geschah eine Sanierung aus Steuermitteln. Das verhinderte, dass es zu einer grundlegenden Bereinigung der Geschäftstätigkeit dieser Institute kam.

Siehe Arrangierung, Blind-Taub-Verbindung, Geschäftsmodell-Analyse, Gewährträgerhaftung, Gigabank, Spitzeninstitut, Vertikalisierung, Westdeutsche Landesbank, Zentralkasse. Vgl. Jahresbericht 2002 der BaFin, S. 63 f., Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 23, S. 91 ff., Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 110 f. (Umstrukturierungs-Massnahmen), Jahresbericht 2005 der BaFin, S 25 f. (Beschreibung der verschiedenen Strategien der Landesbanken zur Anpassung an die neue Rechtslage), Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 19 f. (auch Auslandsgeschäft rückt wieder vor), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 135 ff. (Umstrukturierung der WestLB; existenzgefährdende Zustände bei der HSH Nordbank). sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel "Aufsicht über Banken, Finanzdienstleistungs- und Zahlungsinstitute".

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Mobile Banking (so auch im Deutschen, seltener [und missverständlich!] mit ambulante Bankgeschäfte übersetzt)
Abwicklung von Bankgeschäften mittels WAP-tauglichem Mobiltelephon (Handy und Händi: so nur im Deutschen gesagt; sonst cell[ullar] phone oder mobile [phone]). Siehe Bankportal, Bezahlverfahren, innovative, Container Banking, Electronic Banking, Internetbank, Metcalfe-Regel, Multikanalbank, Online-Banking, Phishing, Rechtsrisiken, Sofa-Banking, Telebanking. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2009, S. 62 ff. (Entwicklung einzelner Verfahren des Mobile-Banking; Literaturhinweise).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

M-Payment (so auch im Deutschen gesagt)
Mobiles Bezahlen, eine Zahlung auf dem Wege über ein Mobiltelephon (Handy; mobile phone) erledigen. Siehe Bezahlverfahren, innovative, Bullet Payment.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

N P R

Nachfinanzierung (supplementary financial assistance)
An einen Privathaushalt, ein Unternehmen oder an eine öffentliche Stelle gewährtes neues, zusätzliches Darlehn, nachdem der ursprünglich gewährte Kredit für das ins Auge gefasste Vorhaben nicht ausreichte. In der Regel erhöhen die Banken bei der Nachfinanzierung ihre Anforderungen an die Besicherung des Anschlussdarlehns und handeln auch den Zinssatz neu aus.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Negativzins (negative interest rate, interest charge)
Die von Behörden (Zentralbank, Aufsichtsbehörde) verfügte Weisung an Banken, bestimmten Einlegern (in der Regel Gebietsfremden) eine in der Höhe vorgeschriebene Belastung (Kommission) ihren Konten abzubuchen. Zweck der Massnahme ist es, entsprechende Kunden zum Abzug ihrer Depositen zu bewegen. Im Zuge der Abwehrmassnahmen der Zentralbanken gegen heisses Geld um 1970 bekannt geworden. Siehe Kommission, Zins, Verzinsungsverbot.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Nominalverzinsung (nominal interest yield)
Der auf den Nennwert bezogene Ertrag eines Wertpapiers, im Gegensatz zur Effektivverzinsung, der auf den Kurswert bezogen ist. Siehe Effektivverzinsung, Verzinsung.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Notenbank (note issuing bank):
Eine Bank, die Papiergeld (Banknoten) in Umlauf bringt. Heute manchmal noch gebrauchte Bezeichnung für die Zentralbank. Manche sprechen hier sogar von der Zentralnotenbank. Siehe Münzregal, Währungsbank, Zettelbank.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Online-Banking (so auch im Deutschen; der entsprechende Anbieter wird in der Regel als Direktbank angesprochen)
Erledigung von Bankgeschäften auf dem Weg über das Internet, und zwar in Sekundenschnelle und zu günstigen Gebühren. Die Banken stellen in der Regel hierfür entsprechende Bankportale bereit. Online-Banking erleichtert den Zutritt von Auslandsbanken auf einen Markt. Hemmend für die Verbreitung des Online-Banking ist das bis anhin nicht zu unterbindende Phishing, das sich immer feiner ausgeklügelter Vorgehensweisen bedient.

Siehe Automaten-Abhebegebühr, Bankportal, Bezahlverfahren, innovative, Benutzerfreundlichkeit, Direct Brokerage, Direktbank, Einlagensicherung, Giropay, Internetbank, Kundennähe, Mobile Banking, Metcalfe-Regel, Moonlight Banking, , Multikanalbank, Remote Banking, Safer Traffic, Sofa-Banking, Telephon-Banking. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2006, S. 24 f. (Probleme der Direktbanken; Ertragslage seit 2000), Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 26 (Direktbanken versuchen, sich als Erstbankverbindung zu positionieren), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2009, S. 62 ff. (Entwicklung einzelner Verfahren des Online-Banking).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Ortsbank (community bank)
Kreditinstitut, gekennzeichnet durch geringe Grösse, beschränkte geographische Reichweite und breiten, aber flachen Wirkungskreis: sämtliche Geldgeschäfte werden abgewickelt, jedoch nur mit Privathaushalten und Kleinbetrieben vor Ort. In Deutschland sind dies vor allen Banken des Genossenschaftsbereichs im ländlichen Raum. Deren organisatorische Nachteile (vor allem in der Regel in Bezug auf die Kosten nicht bestmögliche Betriebsgrösse; weniger gut geschultes und weitergebildetes Personal) gelten durch den Vorteil bester Informationen über Einleger und Kreditnehmer als aufgewogen.

Dank dieser ihrer Kundennähe und dank ihrer grundsätzlichen Zurückhaltung in Bezug auf Wachstum und Ausbreitung (Filialisierung) erwirtschaften Ortsbanken über die Jahrzehnte hinweg einen krisenfesten Gewinn. Dies zeigte sich deutlich auch während der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise. Die Genossenschaftsbanken bedurften keiner staatlichen Hilfe. Siehe Behördenmanagement, bankliches, Beziehungsbankgeschäfte, Benutzerfreundlichkeit, Clubbing, Hausbank, McDonaldisation, Regionalbank, Volksbanken, Volkswirtschaft, bankbezogene.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Quanto (so auch im Deutschen gesagt; Abkürzung von quantity adjusted option)
Bei einem strukturierten Finanzprodukt ist hier die Handelswährung (angenommen: EUR) eine andere als die Währung des Basiswertes (der Bezugsbasis; angenommen USD). Jedoch ist das Risiko eines ungünstigen Wechselkurses bei Vertragsfälligkeit durch ein Sicherungsgeschäft ausgeschaltet. Der Preis des Produktes wird somit allein vom Marktwert der Bezugsbasis (im Beispiels also in USD gerechnet) beeinflusst.

Die Kosten der Währungsabsicherung hängen dabei im wesentlichen ab vom Preis des Basiswertes in der Vertragswährung, der Zinsdifferenz zwischen der Handelswährung (EUR) und Vertragswährung (USD) sowie von der Volatilität (Schwankungsbreite) des Basiswertes und der Vertragswährung. Siehe Composite, Kurssicherung, Nettozinsdifferenz, Option, exotische, Swapsatz, Zertifikat.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

S T U V

Scheckverfügungssperre (cheque access block):
Kunden können über einen bei der Bank eingerechten Scheck in der Regel erst nach Ablauf einer gewissen Frist verfügen. Im Inland sind dies meistens zehn Bankarbeitstage und bei Schecks, die auf ein ausländisches Institut eingereicht werden, bis zu einem Monat. Auf Verbraucherbeschwerden hin erklärte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht dies für angemessen. Vgl. Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 219 (Begründung der Verfügungssperre).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Schuldenmanagement (debt management)
Durch den Einsatz geeigneter Finanzierungsinstrumente und Laufzeiten eine ausgewogene Gläubigerstruktur zu erreichen. Siehe Arrangierung, Bankregel, goldene, Fälligkeitsgliederung.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

SEPA-Lastschriftverfahren (SEPA Direct Debit Scheme; SDD)
Zahlungen im System in der Single European Payment Area. Siehe International Bank Account Number.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Smartkarte auch Prozessorkarte und Krypotokarte (smart card)
Eine multifunktionale Chipkarte, heute nur noch als Plastikkarte in der Standardgrösse von 85,6 x 54 x 0,76 mm und mit den gleichen physikalischen Eigenschaften wie eine Magnetstreifenkarte. Ein in die Karte implantierter Chip enthält einen Mikroprozessor und Speicher. Der Begriff Ausdruck "Smartcard" ist ein eingetragenes Warenzeichen der kanadischen Firma Groupmark. Siehe Chipkarte, Geldkarte, Karte, Kreditkartenfiasko.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Telebanking (so auch im Deutschen gesagt)
Die Erledigung von Finanzgeschäften jeder Art über Fernmeldeeinrichtungen (Telephon, Fax) oder Datenverarbeitungsanlagen. Siehe Bank, gemischte, Bankportal, Benutzerfreundlichkeit, Bezahlverfahren, innovative, Direct Brokerage, Direktbank, Homebanking, Internetbank, Metcalfe-Regel, Mobile Banking, Moonlight Banking, Online-Banking, Service Line, Sofa-Banking, Telephon-Banking.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Transaktionsbank (transaction bank)
Firm, die Back-Office-Geschäfte sowie die im Bank-zu-Bank-Geschäft üblichen Dienstleistungen erbringt. Siehe Auslagerung, Con­tractual Trust Arrangement, Datei-Verwaltung, zentralisierte, Hilfsdienste, bankbezogene, Outsourcing-Risiken, Spin-off.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Überschuldung (overextension, liabilities exceeding the assets)
ie Schulden einer Wirtschaftseinheit (Unternehmen, Privathaushalt, Staat) übersteigen das Vermögen. Siehe Deflation, schlechte, Insolvenz, Manifestierung, Überkonsum, Verschuldung.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Überziehungsentgelt (charge on overdrafts)
Von den Banken in Rechnung gestellte Vergütung, wenn ein Kunde das vereinbarte Kreditlimit überschreitet. Weil der Kontoinhaber mit der Überziehung in eine niedrigere Bonitätsklasse fällt, wird ihm oft auch der Zinssatz für den Darlehnsvertrag gesamthaft erhöht, was häufig zu Beschwerden seitens des Kunden führt. Siehe Abschlussgebühr, All-in-Fee, Aufhebungsentgelt, Bankgebühren, Courtage, Deduktion, Dispositionskredit, Erbschaftsgebühr, Provision, Sonderzahlung, Vergütung, Vorfälligkeits-Entschädigung, Ziel. Vgl. zur Höhe der Überziehungsentgelte den Anhang "Statistik des Euro-Währungsgebiets", Rubrik "Finanzmärkte", Unterrubrik "Zinssätze für Kredite an private Haushalte", Spalte "Überziehungskredit" im jeweiligen Monatsbericht der EZB, Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 65.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Universalbank (all-purpose bank, universal bank, multi-purpose bank, general bank)
Ein Institut, das grundsätzlich sämtliche Finanzdienstleistungen anbietet. In der Diskussion um die Ursachen der Subprime-Krise 2007 und der ihr folgenden Finanzkrise wurde von vielen Fachleuten empfohlen, Universalbanken gesetzlich zu verbieten und allgemein, weltweit das Trennbanksystem einzuführen. Dadurch soll verhindert werden, dass die Einlagen der Kunden für gewagte Geschäfte aufs Spiel gesetzt werden. Siehe Glass-Steagall-Gesetz, Investmentbank, Trennbanksystem.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

W X Y Z

Währung (currency):
Das jeweils geltende gesetzliche Zahlungsmittel eines Landes (CHF) oder eines Wirtschaftsraums (EUR); also die Bezeichnung, der offizielle Name des dort im rechtlichen Sinne durch Begültigung eingeführten Geldes. Die Geldverfassung eines Landes (etwa der Schweiz) oder eines gemeinsamen Wirtschaftsraums, wie sie durch Gesetz verankert ist und durch die Geldpolitik der zuständigen Zentralbank gesichert wird (monetary system).

Das in einem Gebiet tatsächlich genutzte, obgleich gesetzlich nicht eingeführte Zwischentauschmittel, wie etwa die Zigarette zwischen 1945 und 1948 in Deutschland. Bezeichnung der landsüblichen Art (Materie, Stoff, Substanz) des Geldes, also ob Münzen nur Zahlungsmittel sind, ob reines Papiergeld vorherrscht oder beide Arten anzutreffen sind. Siehe Annahmezwang, Berichtswährung, Currency-Theorie, Bargeld, Doppelwährung, Geldrefusion, Geldschleier, Nebenwährung, Papiergeld, reines, Währungsraum, Warengeld, Zahlungsmittel, Zigarettenwährung.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Wertkarte (electronic purse):
Allgemein ein Datenträger aus Kunststoff oder Pappe im Format von etwa 8,5 x 5,4 cm, der Zahlungen vermittelt. Siehe Geld, elektronisches, Geldkarte, Karte, multifunktionale, Kreditkarte, Kreditkartenfiasko, Ticketing, electronic.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Zahlungsmittel auch Zahlungsinstrumente (means of payment):
Allgemein jeder Gegenstand (wie Muschel, Kakaobohne, Fell, Metallstück, Gutschein), der in einer Gesellschaft im Tauschverkehr als Zwischentauschgut angenommen wird. Das in einem Gebiet (Staat, Wirtschaftsraum) durch Gesetz eingeführte und durch die Zentralbank gesicherte Geld; die Währung. Statistischer Oberbegriff, der nach bei der Deutschen Bundesbank umschliesst Bargeld (Noten und Münzen) Sichteinlagen in heimischer Währung, Sichteinlagen in Fremdwährung und Aufladungswert in E-Geld-Systemen. Nach IAS (7.6) das in einem Unternehmen vorhandene Bargeld und die Sichteinlagen.

Siehe Actus-purus-Grundsatz, Annahmezwang, Bargeld, Begültigung, Free Banking, Geldbasis, Geldmenge, Geldzeichen, Goldwährung, Handschein, Kurantmünze, Mittel, Papiergeld, reines, Parallelwährung, Ungüter, Währung, Warengeld, Zahlung, Zahlungsmitteläquivalente, Zigarettenwährung. Vgl. den Anhang "Statistik des Euro-Währungsgebiets", Rubrik "Monetäre Entwicklungen, Banken und Investmentfonds" im jeweiligen Monatsbericht der EZB zum Anteil der Zahlungsmittel im Eurogebiet.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Zinsabschlagsteuer, ZAST (withholding tax):
In Deutschland seit Jahresbeginn 1993 vom Bund erhobene Quellensteuer von derzeit 30 Prozent auf inländische Zinseinkünfte. Sie wird von den Banken einbehalten (an der Quelle der Entstehung; daher auch Quellensteuer genannt) und unmittelbar an das Finanzamt abgeführt. Sie gilt als Steuer-Vorauszahlung und wird auf die Einkommenssteuerschuld des Steuerpflichtigen angerechnet. Ein Freibetrag wird angerechnet. In der Schweiz auch Verrechnungssteuer genannt (weil sie dort mit geschuldeten kantonalen Steuern verrechnet werden kann). Diese Steuer bewirkt vornehmlich, dass sich private Anleger aus Europa den Offshore-Finanzplätzen und Formen des Underground-Banking zuwenden. Siehe Kapitaleinkommen, Kapitalertragsteuer-Absetzbarkeit, Wertpapiere, unkotierte.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Zinsberechnung (interest computation):
Banken sind verpflichtet, deutliche Angaben darüber zu machen, zu welchem Zinssatz Guthaben verzinst und Darlehn vergeben werden. Dies gilt auch für Spareinlagen. Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 194 (Beschwerden).

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen

Zwischenfinanzierung (bridgeover finance):
Die Gewährung eines Darlehns durch eine Bank bis zur Auszahlung des beantragten langfristigen Kredits, bis zur Einwerbung von Eigenkapital (etwa durch Emission von Aktien oder Aufnahme von Gesellschaftern) oder bis zu einer sicher zu erwartenden Zahlung (wie etwa durch eine Versicherung oder durch eine staatlich verbürgtes Exportgeschäft). Siehe Exportkredit-Garantie.

Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen